Mit Stabilisierung ist ein Verfahren gemeint, wo durch ein Vakuum-Druckverfahren ein Werkstoff (PMMA, Epoxid-Harz, Cyan Acrylat) in Holz verbracht wird um eine höhere Standfestigkeit zu erreichen. Bei meinen Objekten verwende ich ausschließlich PMMA, bekannter als Plexiglas®. Die Stabilisierung ist vergleichsweise aufwendig und kompliziert, was sie wiederum recht kostenintensiv macht. Warum wird stabilisiert? Nicht jedes Holz lässt sich stabilisieren. Schwere und dichte Hölzer eignen sich kaum oder gar nicht zur Stabilisierung (z.B. Schlangenholz). Ebenso sind harzhaltige (diverse Nadelhölzer) oder öl/fetthaltige Hölzer (diverse Palisanderarten) kaum oder gar nicht geeignet. Wunderbar eignen sich leichte, großporige und langfasrige Hölzer (z.B. Pappel). Eine Besonderheit stellen stockige Hölzer (auch marmoriert, angestickt oder spalted genannt) dar, welche sich meist hervorragend eignen. Dies sind keine eigenen Holzarten, sondern Holz, wo der Verfallsprozess schon eingesetzt hat, aber gestoppt wurde. Das eigentliche Holz eignet sich meist nicht zur Stabilisierung bzw. ist es dort nicht notwendig. Als Beispiel sei hier Apfel genannt. Diese leichten oder stockigen (aber wunderschönen) Hölzer sind in der Fertigung für Schreibgeräte oder Messer beispielsweise durch ihre geringe Standfestigkeit völlig unbrauchbar. Die Stabilisierung macht das wieder wett. Ein weiterer Vorteil liegt auf der Hand, eine Vielzahl von Nachteilen die Holz als Werkstoff mit sich bringt werden durch die Stabilisierung aufgehoben. Das stabilisierte Objekt nimmt praktisch kein Wasser mehr auf und ist gegen eine Vielzahl von aggressiven Flüssigkeiten nahezu resistent. Extremfälle, wie sehr starke Temperaturschwankungen, zu große Feuchtigkeit oder Nässe, die Holz unter Umständen mit Reißen oder schwinden quittiert, machen dem stabilisiertem Objekt in keinem Fall etwas aus. Die beiden Nachteile seien auch genannt: Die natürliche Farbe des Holzes ändert sich, meist ins dunkle. Das muss nicht unbedingt ein Nachteil sein, denn oft wird dadurch das Holz erst richtig "angefeuert". Der einzig wirkliche Nachteil, wie ich finde, betrifft die haptische Wahrnehmung. Diese verändert sich völlig. Man hat also nicht unbedingt das Gefühl ein Stück Holz anzufassen. Angesichts der vielen Vorteile kann man diesen Kompromiss aber eingehen. Copyright © 2008 Wood Visions, Ulf Henke
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