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Holzbegriffe erklärt

In meinen Artikelbeschreibungen tauchen immer wieder Fachbegriffe oder spezielle Bezeichnungen auf. Auf dieser Seite möchte ich Ihnen diese vielfach verwendeten Begriffe leicht verständlich erklären. 

Kernholz

eibestamm

Querschnitt eines alten Eibestamms

Kernholz bezeichnet den "harten" Kern eines jeden Baumes. Hart ist hier natürlich relativ zu sehen, dies unterscheidet sich natürlich nach Baumart , aber auch nach den Umweltbedingungen. Ein karger Boden ohne viele Nährstoffe lässt den Baum langsamer wachsen, dichte Jahresringe entstehen und lässt das Kernholz härter werden. Diese Qualität ist in der Holzindustrie, besonders beim Instrumentenbau sehr beliebt. Umgeben wird das Kernholz vom sogenannten, oft viel weicheren, Splint (siehe unten).

Splintholz

Alle Bäume enthalten einen sogenannten Splintholzanteil.  Die Größe dieses Anteils ist von vielen Faktoren abhängig, wie etwa der Baumart, der Wuchsgeschwindigkeit und den Umweltbedingungen. Das Splintholz ist viel heller als das Kernholz und wird in der Holzindustrie auf Grund seiner Anfälligkeit gegenüber Holzschädlingen und auch seiner oft weicheren Struktur gegenüber Kernholz oft als "Abfall" bezeichnet. Gerade aber in der Drechselei ist der Kontrast zwischen Splint- und Kernholz ein beliebter Kontrastgeber.


Maserwuchs / Maserholz

maserknolle_a

Abschnitt einer Linden-Maserknolle

Eine Maserknolle entsteht entweder im Wurzel- oder Stammbereich eines Baumes. Ursache dieser Wuchsanomalie sind vermehrt vorkommende sogenannte Präventivknoten. Dabei wird das Wachstum dieser Knoten immer wieder unterbrochen und wieder überwuchert. Die dabei entstehenden Wucherungen nennt man nun Maserknollen oder auch  Baumkrebs. Das besondere Aussehen des Holzes dieser Knollen ist durch die augenartige, sehr dekorative Struktur in der Holzindustrie äusserst begehrt und wird oft sehr teuer gehandelt. Der außerordentlich hohe Preis rechtfertigt meist nur eine Anwendung als Furnier oder kleinerer Objekte wie z.B. Schmuck.

Riegelwuchs

Der sehr dekorative Riegelwuchs kommt sehr häufig bei Ahorn oder Nußbaum vor, prinzipiell aber, wenn auch seltener, bei allen Hölzern. Die wellenartige Struktur entsteht durch die leicht veränderte Wuchsrichtung  quer zur Faser. Bei entsprechendem Lichteinfall entsteht ein durchaus spektakulärer Effekt.

Schellack

lackschildlausWurde früher hauptsächlich in Süd- und Südostasien und hier speziell in Indien und Thailand in großen Mengen hergestellt. Die Jahresproduktion belief sich auf etwa 50.000 Tonnen. Um ein Kilogramm Schellack zu ernten, benötigt man rund 300.000 Lackschildläuse. Schellack wird aus der harzigen Ausschwitzung der Lackschildlaus -cocus lacca- gewonnen, die in Südasien bestimmte Bäume und Sträucher befällt, deren Äste ansaugt und von den Säften dieser Pflanzen lebt. Die von den unzähligen Schildläusen ausgeschiedenen Harzmassen umschließen die befallenen Triebe und Äste, bilden um diese herum eine borkenartige, rauhe und dicke Harzschicht von 3-10 mm Dicke, die im Innern zellenartig in die einzelnen Bruträume der Schildläuse aufgeteilt ist. Zur Schellackgewinnung werden die mit der Harzschicht umhüllten Zweige abgeschnitten. Das erhaltene Produkt ist holzhaltiger Stocklack. Dieser wird von den anhaftenden Holzteilen befreit, zerkleinert und mit Wasser gewaschen. Schellack ist also die gereinigte Form des Stocklackes. Nach Meyers (1888) wurde der Schellack in Indien erhalten, indem der rohe oder durch Auswaschen mit Wasser vom Farbstoff befreite Stocklack in Säcken auf etwa 140 °C erhitzt wird und das abfließende Harz auf Pisangblättern oder Tonröhren in einer dünnen Schicht erstarrt. Der Schellack kam in kleinen, dünnen, eckigen, tafelartigen Bruchstückchen, aber auch in Form von Kuchen (Kuchenlack) oder Klumpen (Klumpenlack) in den Handel. Schellack ist in der Kälte sehr spröde und brüchig, ziemlich hart, geruch- und geschmacklos. Er schmilzt beim Erhitzen und verbreitet bei höherer Temperatur einen nicht unangenehmen Geruch. Er brennt mit hell leuchtender Flamme. Schellack ist unlöslich in Wasser, aber löslich in Ethanol (bis auf das beigemengte Wachs), Borax, Ammoniak und Alkali-Carbonaten. Er ist ganz farblos und nimmt beim Kneten und Ausziehen einen schönen seidenartigen Glanz an. Früher fand Schellack für vielerlei Dinge Verwendung, so z.B. als Siegellack, als Firnis, als Politur (farbloser Schellack für weiße Hölzer), als Kitt oder als unzerstörbare Tinte, dafür löste man Schellack in Borax auf und stellte so genanntes Wasserfirnis her. Schellack ist vor allem aber bekannt durch seine Verwendung zur Herstellung von Schallplatten zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Heutzutage kommt Schellack bei der Möbelpflege, bei der Restauration von Barock- und Biedermeiermöbeln zum Einsatz  (Schellackpolitur) aber auch im Lebensmittelbereich mit der Kennzeichnung: E 904, beispielsweise zusammen mit Carnaubawachs als Überzugsmittel für Schokoladendragees oder bei der Lackherstellung im Musikinstrumentenbau, speziell Geigenbau und Zupfinstrumentenbau.
Schellack gilt als das edelste Material bei der Veredelung von Holzoberflächen.

Wurzelholz

wurzelDie Wurzel einer Pflanze dient der Mineralstoff- und Wasseraufnahme und zur Befestigung der Pflanze an ihrem Standort. Vielfach wird die Wurzel auch als unterirdisches Speicherorgan benutzt. Oberirdisch geht sie in die Sprossachse über. Die Wurzel ist stets blattlos und trägt nur ein dünnes Abschlussgewebe, die Rhizodermis. Die in den Boden eindringende Spitze der Wurzel wird von einer Wurzelhaube geschützt. Baumwurzeln bilden Verzweigungen und einen dichten Besatz von einzelligen Wurzelhaaren in der Wurzelhaarzone der Rhizodermis, dadurch wird die resorbierende Oberfläche der Wurzel stark vergrößert, was die Aufnahme von Wasser und Nährsalzen erleichtert. Die Funktion der Wurzel unterscheidet sich stark von den anderen Funktionen der übrigen Pflanzenteile. Daher unterscheidet sich auch die Zellstruktur stark von der, der übrigen Pflanzenteile. Besonders bei den verholzten Baumwurzeln ergeben sich in besonderer, vielfältiger Weise gemaserte, sehr dekorative Holzstrukturen des Wurzelstocks.


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